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Das Band der Freundschaft
Steppi



Aufrufe: 1959
Favorisiert: 4x
Bewertung: 5.00/5.00
Erstellt: 26.08.2018, 00:17
Update: 14.05.2020, 11:33
Gore
My little Pony - FIM
A+
18
A-

Ein ruhiger Tag neigt sich dem Ende. Am Horizont sieht man bereits die untergehende Sonne. Am Rand einer Klippe, steht eine junge Erdponystute. Ihr goldbraunes Fell schimmert in den letzten Sonnenstrahlen. Ihre eisblaue Mähne, welche mit zwei Pastellblauen Strähnen durchzogen ist, weht in einer leichten Brise. Ihre saphirblauen Augen wirken jedoch nicht erfreut, über diesen schönen Sonnenuntergang. Im Gegenteil. Ihr blickt wirkt traurig…. und leer. Der Glanz, aus ihren Augen ist beinahe verschwunden. Und über ihre Wange kullern kleine Tränen.
Ihr Blick gilt auch gar nicht dem gleißenden Feuerball, welcher langsam den Horizont berührt. Sie blickt weiter runter. In das Tal am Fuße der Klippen. Darin ist eine prächtige, große Stadt erkennbar. Und leicht abseits davon sind reiche Feldern erkennbar. Selbst aus dieser Entfernung kann man gut die drei großen Hauptstraßen erkennen, welche sich, wie eine Hauptschlagader durch die gesamte Stadt ziehen, bis sie dann alle drei direkt im Zentrum, vor einem großen Haus, zum Platz der Einheit, zusammen führen. Auf dem Dach des Hauses kann man auch noch leicht drei Fahnen erkennen, welche ebenfalls noch im Wind wehen. Es ist das Ratsgebäude der Stadt. Und die drei Fahnen stehen für die Ponyarten. Das große Ratsgebäude steht dort als Symbol, dass Erdponys, Einhörner und Pegasi, ihren ewigen Streit beigelegt und sich zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen haben.
Jedoch scheint dieser majestätische Ausblick nicht zu reichen, um die Trauer der Stute zu besänftigen. Sie wirkt regelrecht betrübt darüber.
Hinter der Stute, kann man langsam leichtes klopfen von Hufen hören.
„Ach hier steckst du. Siehst du Anima, ich hab dir doch gesagt, Celest ist schon vorgegangen.“
Hinter der Stute, kann man langsam zwei weitere junge Ponystuten erkennen. Eine weinrote Pegasusstute, geht langsam auf Celest zu. Ihre dunkelblaue Mähne beginnt ebenfalls leicht im Wind zu wehen. Sie bleibt kurz hinter ihr stehen und schließt die Augen. Mit einem sanften Lächeln, hebt sie ihr Kinn an und genießt sichtlich die Brise.
„Hättest ruhig auf uns warten können.“ Sagt sie, weiterhin mit geschlossenen Augen.
Währenddessen lässt sie ihre Satteltaschen auf den Boden fallen.
Nun nähert sich auch die Einhornstute langsam den beiden. Ihr sonst schneeweißes Fell schimmert leicht rötlich durch den roten Schimmer der Sonne, welche nun schon begonnen hat, mit dem Horizont zu verschmelzen. Auch ihre rosa Mähne bekommt einen extra rötlichen Touch. Jedoch wirkt sie nicht so unbeschwert, wie ihre Freundin. Ihre hellgrünen Augen, blicken sorgenvoll auf Celest. Sie sieht, wie eine ihrer Tränen von ihrer Wange kullert und durch das gebrochene Sonnenlicht kurzzeitig wie ein Kristall funkelt. Sie wendet ihren Blick zur Pegasusdame.
„Hey Stellar. Schau. Celest, genießt den Moment nicht wirklich, so wie du.“
Stellar öffnet die Augen und schaut mit einem fragenden Blick auf Anima. Aber der ihr Blick ist schon wieder sorgenvoll auf Celest gerichtet. Langsam geht Anima auf Celest zu.
„Zuckerschnäuzchen, was hast du denn? Warum weinst du so still in dich rein.“
Auch Stellar wendet sich nun Celest zu.
„Hey Süße. Du kannst doch mit uns reden. Dafür hat man doch Freundinnen. Oder Anima?“
Anima nickt. Beide stehen nun neben Celest und versuchen ihr in die Augen zu sehen.
Die Tränen in Celest´s Augen werden allmählich mehr. Vorsichtig öffnet sie ihren Mund. Sie beginnt leise zu sprechen. Es wirkt schon beinahe, wie ein Flüstern.
„Es ist aus. Es ist vorbei. Nun war es das. Und es wird nie wieder so sein.“
Anima und Stellar schauen sich fragend an. Anima blickt nun in dieselbe Richtung, wie Celest. Sie hofft, dadurch eine Antwort zu finden. Aber vergebens.
„Was redest du denn da Zuckerschnäuzchen? Was ist vorbei?“
„Ja genau. Was soll diese Depristimmung? Sollte es nicht eigentlich unser besonderer Tag sein?“
Die Augen von Celest verengen sich. Mit frustriertem Unterton beginnt sie auf Stellar´s Frage zu antworten.
„Was soll denn so besonders daran sein. Nichts ist daran besonders. Nichts ist daran erfreulich. Das wisst ihr doch genauso wie ich.“
Sie kneift ihre Augen zu. Noch mehr Tränen laufen hinaus. Ihr Kopf beginnt noch weiter zu sinken. Bis er plötzlich auf Widerstand stößt. Diesen Geruch kennt sie. Er ist ihr mehr, als nur vertraut. Er ist familiär. Celest öffnet langsam ihre Augen. Sie erkennt den plötzlichen Widerstand. Es sind Anima und Stellar, welche sie beide fest umarmen. Auch bei Anima bilden sich nun kleine Tränen.
„Ach Celest. Sei nicht so betrübt. Wir wussten, dass der Tag irgendwann kommt. Und wir hatten uns doch geschworen, dass wir es dann zusammen feiern wollen. Auch wenn es von nun an schwer werden wird…. Es ist nicht das Ende. Das versprechen wir dir.“
Auch Stellar bestätigt das Versprechen von Anima, indem sie die beiden noch fester umarmt. Das scheint Celest nun langsam zu beruhigen. Ihr Weinen wandelt sich langsam in ein kleines Schluchzen. Nun beginnt auch sie, ihre Freundinnen festzuhalten.
Inzwischen ist die Sonne untergegangen. Der Mond steigt langsam zum Firmament. Dennoch harren die drei Freundinnen noch einige Zeit so aus. Anima und Stellar spüren, dass Celest das jetzt am dringendsten braucht.


Nach einiger Zeit löst Celest die Umarmung mit Anima und Stellar. Beide schauen sie sorgenvoll an. Sie wischt sich die letzten Tränen aus dem Gesicht und beginnt langsam zu lächeln. Nun öffnet sie die Augen und schaut ihre Freundinnen lächelnd an.
„Danke ihr beiden. Ihr schafft es doch immer wieder, diese triste Welt für mich angenehmer zu machen. Ich liebe euch zwei. Danke.“
Daraufhin beginnen auch die beiden, Celest anzulächeln. Anima hebt mit ihrem Huf, Celest´s Kinn an.
„Dafür hat man doch Freunde.“
Stellar nickt zustimmend.
Nun entfernen sich alle drei etwas von der Klippe. Stellar macht ihre Satteltaschen auf, welche sie zuvor zu Boden hat fallen lassen. Auch Anima lässt ihre Satteltaschen nun mit ihrem Horn von ihrem Rücken runter schweben. Sie öffnet ihre ebenfalls. Währenddessen geht Celest zu einem nahegelegenen Felsen und holt auch ihre Satteltaschen hervor, welche sie zuvor dort abgelegt hatte, bevor sie zur Klippe trat. Stellar zieht eine Decke aus einer ihrer Taschen und breitet sie sogleich aus, sodass sie sich anschließend alle drei darauf setzen können. Anima lässt sogleich ein paar Kerzenleuchter aus ihren Taschen hervorscheinen und stellt sie in die Mitte der Decke. Mit einem kleinen, konzentrierten Magiestrahl, entfacht Sie sie. Celest holt ein paar Flaschen frischen Apfelsaft aus ihren Taschen und legt sie ebenfalls zu den Kerzen. Zu guter Letzt, holen alle drei noch Boxen aus ihren Taschen und setzen sich anschließend damit um die Kerzenleuchter herum, auf die Decke. Sie öffnen ihre Boxen und es kommen wunderschön zugerichtet Leckereien zum Vorschein. Und sogleich hört man auch schon die ersten Korken der Saftflaschen knallen.
„Nanu…. Anima hast du die Becher nicht mitgebracht?“
„Ach verdammt. Gut dass du das sagst Stellar. Fast vergessen.“
Anima öffnet nochmal ihre Taschen, lässt drei Becher rausschweben und stellt sie vor sich, Stellar und Celest. Stellar schnappt sich sofort die erste Flasche und fängt an, einzuschenken.
„So Mädels. Wie versprochen, egal wie es ausgegangen ist, wir feiern jetzt.“
Alle drei heben ihre Becher und stoßen gemeinsam an.
„PROST.“
Nach den ersten schlucken, setzt Anima den Becher wieder ab.
„So ihr Zuckerschnäuzchen…. Erzählt mal, wie sind eure Prüfungen denn gelaufen?“
Stellar stellt ihren Becher ab. Sie hebt ihre Nase hoch in die Luft, schließt du Augen und spricht mit stolzgeschwellter Brust.
„Tja, also meine Prüfung war ein Klacks. Ok, zugegeben, die Schriftliche Prüfung war schon ziemlich knifflig. Gerade, weil ich ja früher immer besser durch euch lernen konnte. Aber seit der Oberschule ging das ja nicht mehr und ich musste echt kämpfen, die letzten Jahre. Aber in der Praxis, bin ich sogar die Klassenbeste. Beim Tornadotest hab ich sogar beinahe den Schulrekord gebrochen.“
Anima klatscht mit ihren Hufen.
„Ja im Praktischen warst du schon immer einsame Spitze. Schon in der Grundschule musste unser Lehrer dich immer bremsen.“
Sie beginnt zu kichern. Dann wendet sie den Blick zu Celest.
„Und wie lief es bei dir?“
Celest wirkt leicht verlegen. Sie schaut mit schüchternem Blick auf die Decke vor sich und dreht mit ihrem rechten Vorderhuf Kreise darauf. Auch ihre Wangen beginnen, sich leicht rötlich zu färben.
„Nun ja…. Einen Teil meiner Prüfung, genießen wir hier gerade….“
Stellar und Anima schauen sie mit großen Augen an. Dann starren beide auf den Saft in ihren Bechern. Stellar nimmt rasch die Flasche, aus der sie gerade den Apfelsaft eingeschenkt hat und schaut aufs Etikett.
„DEIN ERNST…. Den Apfelsaft hast du gemacht?! Auf dem Etikett sind ganze fünf Hufe. Das ist somit ein Apfelsaft der Spitzenqualität.“
Celest beginnt, verlegen zu grinsen. Sie schaut langsam zu Stellar auf.
„Ja…. Hab ich. Das war ein Teil meiner praktischen Prüfung.“
Anima kann es immer noch nicht ganz fassen.
„Das ist ja der Wahnsinn Celest. Ich gratuliere dir. Es ist eigentlich ein Wunder, dass du dafür nicht sogar deinen Schönheitsfleck bekommen hast.“
Sie zeigt auf Celest´s Flanke. Diese ist, wie bei ihr und Stellar noch völlig blank. Celest hat sich inzwischen wieder etwas erholt, von ihrer Schüchternheit. Sie blickt mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck in die Flammen der Kerzenleuchter.
„Naja das wäre ja auch ziemlich ungewöhnlich, noch während der Schulzeit, seinen Schönheitsfleck zu bekommen. Bei uns im Erdponybereich, gibt es sogar Erdponys, die auch erst mehrere Jahre, nach ihrer Abschlussprüfung ihre Schönheitsflecken bekommen haben.“
Stellar nickt ihr zustimmend, mit geschlossenen Augen, zu. Nun wendet sich Celest zu Anima.
„Und wie lief es bei dir?“
Anima fängt an, verlegen zu lächeln.
„Klassenbeste.“
Flüstert sie leise. Stellar´s und Celest´s Kinnladen klappen gleichzeitig runter. Schockiert und sprachlos starren sie auf Anima. Celest erlangt als erste ihre Sprache zurück.
„Ernsthaft?! Klassenbeste?! Ok, dass du eine Spitzenschülerin bist, wussten wir ja schon immer, aber so gut?“
Stellar neigt sich zu Anima rüber, grinst hämisch und stupst ihr mit ihrem Huf in die Seite.
„Hach…. Du alte Streberin. Was musstest du denn machen?“
Anima lächelt verschwitzt wegen der Stupserei.
„Naja neben der Theorie, bestand meine Praxis daraus, diverse Gegenstände, von unterschiedlichem Gewicht und Größe, über kurze bis lange Distanz, zielgenau schweben zu lassen. Und das über eine bestimmte Zeit lang.“
Stellar lehnt sich mit stolzer Brust zurück. Mit geschlossenen Augen und einem selbstsicheren Grinsen gibt sie bei:
„Hach, da kannst du ja von Glück reden, dass du für mein heimliches Flugtraining, immer die verschiedenen Hindernisse schweben lassen durftest.“
„Mag sein, aber bei deinem heimlichen Plan, auf diese Weise deinen Schönheitsfleck zu bekommen, hat es auch nichts geholfen.“
Fügt Celest belustigt hinzu. Anima und Celest beginnen gleichzeitig, vergnügt zu kichern. Plötzlich öffnet Stellar ihre Augen weit und beugt sich rasch zu den anderen Beiden vor. Anima und Celest schauen sie nun verwundert an.
„Hey…. Apropos Schönheitsfleck…. Stellt euch vor, Nightwind hat seinen Schönheitsfleck letztens bekommen. Als erster aus seinem ehemaligen Jahrgang.“
Anima’s Augen weiten sich, als sie das hört. Ganz aufgeregt, neigt sie sich zu Stellar.
„Dein Bruder hat seinen Schönheitsfleck schon 2 Jahre nach seiner Abschlussprüfung bekommen?! Wie hat er das geschafft?“
„Das hab ich ihn noch nicht gefragt. Wir waren erstmal damit beschäftigt, das ein wenig innerhalb unserer Familie zu feiern. Nur wir vier halt. Aber seit dem scheint er bei den Stuten ziemlich beliebt zu sein.“
Stellar grinst bei dieser Aussage. Währenddessen lässt sich Anima wieder zurück fallen. Ihr Blick verrät, dass sie gerade abwesend ist. Im Land der schönen Träume.
„Hach er ist so toll….“
Spricht Anima unfreiwillig leise aus. Celest und Stellar gucken Anima verwundert an. Trotz der geringen Lautstärke, konnten sie es genau verstehen. Beide schauen sich an und fangen leise an, mit dem Huf vor dem Mund, zu kichern. Kurz darauf guckt Stellar mit schelmischen Blick zu Anima rüber. Ihr Kichern wird zu einem breiten Grinsen.
„Übrigens Anima, Nightwind fragt mich auch immer mal wieder, leicht verlegen, wie es dir denn geht. Wenn ich ihn aber frage, warum er es wissen möchte, wird er immer wieder leicht rot, winkt ab und meint ‚Ach, nich´ so wichtig‘.“
Anima erschrickt aus ihrer Traumwelt raus und schaut mit großen Augen zu Stellar rüber. Trotz des dürftigen Lichts der Kerzenleuchter, kann man immer noch gut erkennen, dass sich Anima´s Wangen rötlich färben. Celest beobachtet das Geschehen genau und kann nicht anders, als darüber zu lächeln. Nach dem ersten Schreck, schaut sie verlegen nach unten. Ihr Herz hämmert wie wild in ihrer Brust.
„Tut…. Tut er das…. Wirklich? Ich…. Also…. Es…. Es geht mir gut. Das kannst du ihm gerne sagen.“
Ein verlegenes Lächeln kommt auf ihr Gesicht. Das schelmische Grinsen von Stellar normalisiert sich wieder zu einem freundlich lächeln.
„Mach ich gerne für dich.“
Anima schaut freudig auf zu Stellar. Diese wiederum verliert ihr freundliches Lächeln zu einem bedenklichen Gesichtsausdruck.
„Schade nur, dass unsere Gesetze eine Mischbeziehung verbieten.“
Anima´s freudiger Gesichtsausdruck wandelt sich prompt über einen kurzen schockierten zu einem traurigen Gesichtsausdruck und sie schaut wieder nach unten.
Celest´s lächeln wiederum geht in ein verbittertes auf-die-Unterlippe-beißen über. Sie dreht ihren Kopf zur Seite und schaut wieder mit leerem Blick Richtung Klippe.
„Ja…. Unsere Gesetze…. Es ist ja schon immer wieder komisch, wie sie uns drei anschauen, wenn wir ausgelassen, zusammen sind. Aber bis auf in der Grundschule, werden Erdponys, Pegasi und Einhörner beinahe strikt getrennt gehalten. Der hohe Rat sagt zwar immer, dass der Zwist zwischen den Unterschiedlichen Ponyarten vorbei ist, aber dennoch erlassen sie dann solche Gesetze, um die Trennung offensichtlich zu behalten.“
Anima Schaut wieder zu Celest auf. In ihren Augen haben sich kleine Tränen gebildet.
„So ist nun mal unsere Gesellschaft. Die Erdponys kümmern sich um die Nahrungsmittel, die Pegasi um das Wetter und die Einhörner um den Tag- und Nachtwechsel. So war das halt schon immer.“
„Ja genau. Und wir können ja froh sein, dass sich unsere Ältesten inzwischen zusammengesetzt haben und erkannt haben, dass alle Ponyarten wichtig sind. Sonst wären wir uns womöglich gar nicht begegnet.“
Gab Stellar noch zu bedenken. Nun starren alle drei betroffen auf die Decke. Zwei Tränen laufen noch an Anima´s Wange runter. Auch Stellar kämpft nun sichtlich mit den Tränen. Nur Celest´s Gesichtsausdruck wirkt nicht so bedrückt. In ihr scheint eher eine Wut hochzukochen, welche sie aber gekonnt zurückhält.
„Ich wünschte echt, das würde sich endlich mal ändern. Sodass dieser Zwist zwischen den Ponyarten endlich ein Ende hat. Niemand ist mehr wert, als der andere. Alle sind wichtig. Also kann es auch egal sein, wer sich mit wem abgibt oder einlässt.“
Anima und Stellar schauen beide traurig zu Celest rüber. Bis dann Anima ihre Vorderhufe auf Celest´s und Stellar’s Schulter legt.
„Es ist zwar, wie es ist, aber wir drei werden trotzdem immer beste Freundinnen bleiben. Es wird sich von nun an zwar einiges ändern, da wir ab jetzt zum Kreis der Erwachsenen zählen, aber ihr zwei werdet immer die wichtigsten Ponys in meinem Leben sein.“
Celest und Stellar sind gerührt von Anima´s Aussage. Ohne ein weiteres Wort, fallen sich die drei Freundinnen in die Arme.
Noch während der Umarmung, öffnet Stellar die Augen und schaut wieder schelmisch zu Anima rüber.
„Nur wir zwei werden immer die wichtigsten Ponys in deinem Leben sein?“
Celest weiß sofort, worauf Stellar da anspielt. Sie täuscht einen auffälligen Huster vor.
„[HUST]…. Nightwind…. [HUST]“
Anima zuckt sofort zurück, von den beiden. Sie schaut in ihre Gesichter und sieht in beiden, schelmisches Grinsen. Ruckartig dreht sie ihren Kopf mit geschlossenen Augen, beleidigt zur Seite, um zu überspielen, wie ihr wieder die Röte in die Wangen steigt.
„Och, ihr beide seid doch doof!“
Vorsichtig öffnet sie ein Auge und beäugt Celest und Stellar. Beide sitzen mit einem breiten Grinsen vor ihr und schauen sie gespannt an. In ihrem Mundwinkel bildet sich allmählich ein lächeln. Nun kann auch sie sich nicht mehr zurückhalten. Und so fangen sie alle drei herzhaft an zu lachen.


Nach einiger Zeit, welche vorwiegend mit ausgelassenen Gesprächsthemen und leichten Neckereien erfüllt war, packen die drei nun endlich zusammen. Der Mond steht inzwischen auch schon ziemlich hoch. Als die drei alle Sachen wieder gut in ihren Satteltaschen verstaut haben, bemerken sie erst, dass heute Vollmond ist. Sie gehen zum Abschied nochmal an den Klippenrand. Die Lichter der Stadt sehen von hier oben aus, wie kleine Glühwürmchen. Alle drei haben nun ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Nach einigen Augenblicken, unterbricht Stellar die Stille der Nacht.
„Ist das nicht ein wunderschöner Anblick? Die Stadt und das Tal wirken so ruhig und friedlich.“
Anima und Celest nicken nur zustimmend. Celest schließt nochmal ihre Augen und nimmt einen tiefen Zug der frischen Brise durch ihre Nüstern.
Anima schaut zu Celest und Stellar rüber.
„Ok Mädels. Ich denke, es wird Zeit wieder zurück zu gehen. Sonst machen sich unsere Eltern noch Sorgen.“
Celest schaut sie leicht genervt an.
„Musst du uns daran erinnern? Du weißt doch, wie sie zu uns stehen.“
„Ja genau“ ergänzt Stellar.
Sie beginnt damit die Augen zu verdrehen. Geradezu schauspielerhaft beginnt sie damit, ihre Eltern nachzuäffen.
„Warst du etwa wieder mit diesem Erdpony und diesem Einhorn zusammen? Das ist kein Umgang für dich. Die Erdponys tun sich schließlich so wichtig mit ihrer Magie für die Vieh- und Feldwirtschaft. Und diese Einhörner halten sich eh für was Besseres, weil sie Sonne und Mond hervorbringen können.“
„Hihi….“
Celest und Anima beginnen zu kichern, wie gut Stellar ihre Eltern parodieren kann.
Kurz darauf machen sich die drei auf den Rückweg. Im grellen Mondlicht ist der Weg bestens ausgeleuchtet, sodass Anima nicht mal ihr Horn benutzen muss, um etwas Licht zu zaubern. Der Rückweg verläuft ohne besondere Vorkommnisse. An den Stadtmauern angekommen, werden sie auch schon von den Stadtwachen erspäht. Es sind zwei braune Erdponys in silberner Rüstung. Celest wird von ihnen gar nicht richtig beachtet, sie kann ohne weiteres durchs Tor gehen. Anima und Stellar hingegen, werden von ihnen streng begutachtet. Ihre Blicke verursachen heftiges Unbehagen bei den beiden. Sie lassen beide den Kopf hängen und schauen leicht verängstigt, nach den Wachen. Sie sind so sehr auf die Wachen fixiert, dass sie gar nicht mitbekommen, wie sich Celest nochmal zu den Wachen umgedreht hat. Sie schaut die beiden Erdponys mit bösem Gesichtsausdruck an.
„Ihr braucht gar nicht so böse gucken. Wir wohnen schließlich alle hier. Also hört auf damit, meinen Freundinnen, mit euren Blicken, Angst einzujagen.“
Anima und Stellar schauen Celest dankend an. Auch die beiden Wachponys nehmen Celest nun voll wahr. Sie wirken beide sehr irritiert über Celest´s Aussage. Dass sich ein Erdpony, wie sie, für ein Pegasus und ein Einhorn einsetzt, kannten sie anscheinend nicht. Ohne weiteres Trara, ließen sie von Stellar und Anima ab und richteten ihren Blick wieder nach Außerhalb, vor das Stadttor.
Anima schaut schüchtern zu Celest auf.
„Das hättest du nicht tun brauchen. Nicht, dass du jetzt noch Ärger bekommst. Schließlich sind doch morgen die Abschlussfeiern und beinahe alle Ponys werden dort sein. Also wahrscheinlich auch die zwei.“
„Ach, die zwei können mich mal.“
Erwidert Celest schnaufend.
Stellar und Anima schauen sich verwundert an, wegen der Reaktion von Celest. Dann kneifen alle drei ihre Augen zu und kichern über diese Szene.
Nach einigen Metern bleibt Celest stehen.
„So das war’s dann für heute. Es war ein schöner Abend mit euch. Und danke nochmal, dass ihr mich so gestützt habt. Ich weiß gar nicht, was ich ohne euch machen würde.“
Tränen bilden sich währenddessen in ihren Augen. Anima und Stellar umarmen sie sofort. Stellar flüstert den beiden zu.
„Sehen wir uns dann morgen wieder Mädels? Nach den Abschlussfeiern dann?“
Sie lösen ihre Umarmung leicht, halten sich aber noch mit den Hufen fest. Anima nickt ihnen zu.
„Ja das machen wir.“
Nun trennen sich ihre Wege und alle begeben sich wieder nach Hause zu ihren Familien.


Celest steht noch ein paar Minuten vor ihrem Zuhause. Sie blickt sorgenvoll auf die Haustür. Unbehagen macht sich in ihr breit. Ihre Eltern werden nicht begeistert darüber sein, dass sie so spät abends noch unterwegs ist. Zwar gilt die allgemeine abendliche Ausgangssperre nur für Fohlen bis zum vorletzten Schuljahr, also nicht mehr für ihren Abschlussjahrgang, aber ihre Eltern waren schon immer besorgt um sie. Gerade weil sie auch in ihrem Alter immer noch, in ihrer Freizeit, mit einem Einhorn und einem Pegasus zusammen ist. Überall anders, waren diese Gemeinschaften immer nur gesellschaftlich zweckgebunden. Also nur, wenn es Not tut. Sie schließt ihre Augen und atmet noch einmal tief ein und aus. Dann schreitet sie zur Tür. Als Celest durch die Tür ins Haus kommt, macht sie sich auch gleich beiläufig bemerkbar.
„Bin wieder da. Gegessen hab ich unterwegs.“
Sofort stürmt ein kleines, dunkelblaues Fohlen-Mädchen, mit schwarzer Mähne und einer dunkelblauen Strähne darin, auf sie zu und fällt ihr um den Hals. Ihre ebenfalls saphirblauen Augen, sind weit geöffnet und blitzen Celest freudestrahlend an.
„Schwesterherz, da bist du ja. Ich hab mir schon riesige Sorgen gemacht.“
Sie schmiegt sich ganz fest an Celest. Diese erwidert diese stürmische Umarmung ebenfalls, indem Sie einen ihrer Hufe um das Fohlen legt.
„Hey Lunala, nicht so stürmisch. Die erdrückst, mich sonst noch. Du brauchst dich doch nicht um mich sorgen. Deine große Schwester kann schon gut auf sich alleine aufpassen.“
Lächelnd und mit einem beruhigenden Blick, schaut Celest in Lunala’s Augen. Dann schmiegt sich diese wieder an Celest an. Währenddessen schweift Celest's Blick, über Lunala hinweg, weiter rein, in den Raum. Direkt auf eine weitere Stute, mit hellblauem Fell und schwarzer Mähne. Sie trippelt mit einem Huf ungeduldig auf den Boden und schaut Celest mit finsterer Miene, durch rubinrote Augen an. Auf ihrer Flanke kann man einen Korb für Feldarbeit erkennen. Daneben, an einer Art Esstisch, sitzt ein schwarzer Hengst mit goldbrauner Mähne. Seine Smaragdgrünen Augen schmökern gelangweilt, durch eine Lesebrille, in der Zeitung. Auf seiner Flanke ist ein Kartoffelpflug erkennbar. Er wiederum würdigt dem Umarmungsschauspiel zwischen Celest und ihrer Schwester Lunala keines Blickes. Aber auch ihm ist anzusehen, dass er verstimmt ist. Die hellblaue Stute hört mit dem Trippeln auf und begibt sich, mit langsamen Schritt und einem genervten Gesichtsausdruck, auf Celest und ihrer Schwester zu.
„Ach…. Kommt die junge Dame auch nochmal nach Hause?! Ich dachte schon, wir können dein Zimmer jetzt vermieten.“
Celest schaut leicht beschämt nach unten.
„Tut mir leid. Ist später geworden, als geplant.“
Lunala löst ihre Umarmung leicht und schaut traurig fragend, zu ihrer Schwester hoch. Der Hengst blättert eine Seite weiter. Ohne seinen Blick von der Zeitung abzuwenden, meldet auch er sich nun zu Wort.
„Dir ist schon klar, dass Deine Mutter und ich, krank vor Sorge waren, oder?!“
Celest schaut betrübt zu ihm rüber. Inzwischen haben Sie und ihre Schwester, ihre Umarmung komplett gelöst. Lunala entfernt sich mit schleppendem Schritt und hängendem Kopf, samt Ohren, von ihrer Schwester. Sie geht an ihren Eltern vorbei und wirft Celest nochmal einen sorgenvollen Blick zu, während sie die Treppe hoch, in ihr Zimmer schleicht. Sie kennt derartige Abende und die, daraus resultierenden Diskussionen zur Genüge. Während sie sich durch ihre Zimmertür schleppt, hört sie noch die Worte ihrer Schwester.
„Aber morgen ist meine Abschlussfeier. Ich bin kein Kind mehr. Und die Ausgangssperre gilt eh nur für Ponys bis zum vorletzten Schuljahrgang. Somit falle ich da auch schon lange nicht mehr drunter.“
Ihre Mutter stampft mit dem rechten Vorderhuf auf.
„Darum geht es nicht, junge Dame. Deine Schwester sieht dich als Vorbild und wir wollen nicht, dass sie genauso aufmüpfig wird, wie du.“
Celest guckt erst irritiert. Dann wird ihr Blick wütend.
„Was soll das heißen…. ‚aufmüpfig‘?! Nur weil ich mich mit dieser Artentrennungssache nicht abfinden möchte?! Das ist doch alles Müll. Nur um uns klein zu halten, weil wir dann besser Befehle befolgen.“
Nun richtet sich Celest's Vater, von seiner Zeitung auf. Er schlägt die Zeitung, bis zu einer bestimmten Seite um und wirft diese dann vor seine Tochter.
„Lies das. Dann kommst du vielleicht endlich mal zur Vernunft.“
Celest schaut verwirrt auf die, am Boden, vor ihr liegende Zeitung. Sie sieht eine dick gedruckte, breite Überschrift.
‚Brutaler Angriff auf Pegasi! Unerklärliche Übergriffe immer intensiver!‘
Celest's Augen weiten sich. Dann beugt sie sich weiter runter, um den Artikel zu lesen.


‚Am gestrigen Abend ereignete sich im Erdponyviertel, unweit vom Platz der Einheit, eine schreckliche Tragödie. Ein Pegasi-Pärchen, welches anscheinend von ihrem abendlichen Einkaufsbummel aus dem Erdponyviertel, auf dem Weg nach Hause ins Pegasusviertel unterwegs war, wurde kurz vor der Grenze von mehrere unbekannten Tätern angegriffen und krankenhausreif getrampelt. Nach Aussage des, kurz aus dem Koma erwachten Hengstes, handelte es sich mutmaßlich um eine Gruppe von 5 bis 6 Erdponys. Diese überrumpelten die Pegasi und hielten sie fest, sodass sie nicht wegfliegen konnten. Anschließend traten die Angreifer, ihre Opfer mit den Hufen, bis diese zu Boden gingen. Danach stampften sie weiter auf sie ein, bis die Pegasi das Bewusstsein verloren. Angelockt, von dem Lärm, kamen einige weitere Ponys. Daraufhin ergriffen die Angreifer unerkannt die Flucht. Einer der Zeugen gab noch an, dass einer der Angreifer noch laut schrie „Geschieht euch recht, ihr scheiß Pegasi! Verpisst euch in euer Viertel! Hier habt ihr nichts zu suchen!“
Jedoch konnte keiner der Zeugen die Aussage des Hengstes bestätigen, dass es sich bei den Angreifern um Erdponys handelte.
Die drei Weisen und Vorsitzende des Einhorn-Pegasus-Erdpony-Gemeinderates gaben in ihrem Statement bekannt
‚Da die Identität, sowie die Ponyart der Angreifer nicht zweifelsfrei festzustellen ist, bitten wir alle Bewohner unserer Wunderschönen Stadt, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und auf eventuelle Maßnahmen zurückzugreifen. Wir werden diesen Vorfall gründlich prüfen. ‘
Soweit der Kommentar der drei Weisen. Bis Redaktionsschluss konnten noch keine weiteren Details geklärt werden, da sich noch keine weiteren Zeugen gemeldet haben und die Opfer bis dato im Koma liegen. Jedoch, nach Aussage der Ärzte, besteht keine Lebensgefahr. ‘


Celest schaut immer noch schockiert die Zeitung an. Sie kann es nicht fassen, dass die Artentrennung immer mehr Gewalt hervorzurufen scheint. Und noch weniger, dass anscheinend niemand begreifen will, dass es an den Artentrennungsgesetzen liegen muss. Einzelne Tränen kullern ihr über die Wangen. Inzwischen steht ihre Mutter direkt vor ihr. Sie schaut Celest, welche noch runter auf den Artikel starrt, immer noch mit wütendem Blick an.
„Und genau deshalb wollen wir nicht, dass du so spät alleine unterwegs bist.“
Celest kann ihre Mutter immer noch nicht angucken. Zu groß ist ihr Entsetzen, ihre Trauer und auch ihre Wut, über den Artikel und das ignorante Verhalten der Gesellschaft. Jedoch antwortet sie ihr, nur leider, ohne vorher nachzudenken.
„Aber ich war doch gar nicht alleine unterwegs. Anima und Stellar waren doch bei mir.“
Gerade in diesem Moment wird ihr klar, was sie da gerade offenbart hat. Ihre Augen weiten sich vor Schreck und ihr Blick wandert nun über die Zeitung hinweg, in die Leere des Bodens. Ihre Mutter bäumt sich erbost vor ihr auf.
„Wie war das?! Du hängst immer noch mit diesem Einhorn und diesem Pegasus rum?! Wie oft sollen wir dir das denn noch verbieten?! Wann kapierst du das endlich? Ich dachte, wir hätten dir das vor Jahren, nach deiner Grundschulzeit verboten…“
Nun kommt auch ihr Vater auf die beiden zu. Mit ernster Miene, stellt er sich neben seiner Frau.
„Dir ist hoffentlich klar, dass das aufhören muss oder? Durch deine Dummheit, bringst du uns alle in Gefahr. Das Artentrennungsgesetz ist dafür da, die Harmonie der Völker zu wahren. Solche Mischbeziehungen, selbst wenn es ‚nur Freundschaften‘ sind, stiften Chaos und Disharmonie in der Gemeinschaft.“
Er wendet sich wieder von ihr ab. Auch ihre Mutter dreht sich nun weg und geht mit ihrem Mann wieder zurück zum Esstisch. Währenddessen bilden sich immer mehr Tränen in Celest's Augen. Sie beginnt zu schluchzen. Beinahe verachtend, schauen ihre Eltern nun auf sie. Ihre Mutter nimmt sich noch ein Tässchen Tee und nippt kurz dran.
„Zum Glück haben auch die Weisen erkannt, dass das System, der gemeinsamen Grundschule vielleicht doch nicht so eine gute Idee war. Gerade wenn man sieht, was es mit unserer Tochter gemacht hat. Naja morgen ist dein Abschluss und dann beginnt sowieso dein neues Arbeitsleben. Dann vergisst du den Quatsch vielleicht mal, mit einer Freundschaft zu Pegasi oder Einhörnern.“
Der letzte Satz trifft Celest hart. Er entfacht in ihr eine plötzliche Wut. Geleitet von dieser, stampft sie hart, mit beiden Vorderhufen auf. Die Wut ist ganz klar in ihrem Gesicht zusehen. Sie ist sogar so stark, dass Celest gleichzeitig heftig die Tränen laufen. Ihre Eltern sind entsetzt, über diesen Ausbruch. Ihre Mutter schaut sie völlig empört an.
„Junge Dame, dieses Verhalten verbitte….“
Aber Celest lässt sie nicht weiterreden. Mit wütendem Blick schaut sie ihre Eltern schnaubend an.
„ACH WAS WISST IHR SCHON!? DIESES GANZE SCHEIß SYSTEM, IST MIR VÖLLIG EGAL!!! STELLAR UND ANIMA SIND DIE BESTEN FREUNDINNEN, DIE MAN HABEN KANN!!! SIE VERSTEHEN MICH. IHR NICHT!!!“
Und mit diesen Worten stürmt Celest an ihren Eltern vorbei, die Treppe nach oben. Ihre Eltern sind geschockt. So eine Reaktion hätten sie nicht erwartet. Mehr, als sich verdattert angucken, können sie in dem Moment nicht tun. Zu tief saß der Schreck, über das, was Celest ihnen gerade an den Kopf geworfen hatte.


Celest stürmt wütend, mit tränenden Augen die Treppe hoch, an Lunala’s Zimmertür vorbei. Auf der anderen Seite sitzt Lunala mit dem Rücken an der Tür und Tränen in den Augen. Sie hat alles mit angehört, da weder Wände, noch Tür besonders lärmdämmend sind. Sie hört, wie Celest ihre Zimmertür laut zu knallt, sich auf ihr Bett schmeißt und bittere Tränen heult. Ihre große Schwester so zu erleben, rammt ihr ein Messer durch ihr kleines Herz. Celest war für sie immer ein starkes und kluges Vorbild. Aber ihre Schwester so verbittert zu erleben, zerreißt ihr das Herz.
Nach einiger Zeit, besinnt sich Lunala wieder. Sie wischt sich die Tränen aus den Augen und schüttelt den Kopf, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Bislang war Celest immer für sie da. Nun war es an der Zeit, dass sie für Celest da ist. Lunala überlegt, was sie wohl tun könne, um Celest wieder aufzuheitern. Da kommt ihr der Gedanke, da ihre Eltern nun vielleicht endlich kapiert haben, dass ihre Verbote immer noch ohne Erfolg waren, könnte sie Anima und Stellar ja auch kontaktieren, um Celest wieder aufzuheitern. Denn im Gegensatz zu ihren Eltern, wusste Lunala die ganze Zeit, dass sich ihre große Schwester immer wieder mit den beiden trifft. Celest hat oft von ihnen erzählt, wenn sie und Lunala alleine waren. Und ab und an, hat sie sie sogar zu ihren heimlichen Treffen, an der Klippe mitgenommen. Sie kramt ihr Tagebuch raus. In diesem hatte sie sich mal die Adressen von Anima und Stellar aufgeschrieben. Als sie sie gefunden hat, macht sie sich sofort auf den Weg. Und um ihren Eltern nicht über den Weg zu laufen, klettert sie aus ihrem Fenster. Das hatte sie früher schon öfters gemacht.


Währenddessen im Pegasusviertel….


Stellar ist, kurz nach der Trennung von Anima und Celest, zuhause angekommen. Sie wundert sich, dass drinnen kaum Licht an ist. Sachte öffnet sie die Tür. Im Wohnzimmer kann sie, neben einer kleinen Tischlampe, ein Pony auf dem Sofa erkennen, welches gerade ein Buch liest. Ein junger Hengst mit einem dunkelblauen Fell und einer eisblauen Mähne. Seine Ohren bewegen sich leicht, was darauf deuten lässt, dass er Stellar’s Ankunft bemerkt hat. Jedoch rührt er sich nicht und liest stattdessen aufmerksam sein Buch weiter. Stellar geht vorsichtig auf ihn zu.
„Hey Nightwind. Begrüßt man etwa so seine liebste Schwester?“
Nightwind schaut perplex auf und erblickt Stellar.
„Ach Schwesterherz, du bist es. Ich war gerade so in meinem Buch vertieft, dass ich dachte, Mom und Dad seien gerade von ihrer Wolkenstreife zurück.“
Er legt sich ein Lesezeichen hinein und packt das Buch, neben der Lampe, auf den Tisch. Dann steht er auf, geht auf Stellar zu und umarmt sie zur Begrüßung. Stellar kommt nicht umhin, seinen frisch erworbenen Schönheitsfleck, in Form einer Windbrise bei Nachthimmel zu bewundern. Sie ist wirklich sehr stolz, dass ihr Bruder seinen Schönheitsfleckt schon so schnell bekommen hat. Nach kurzer Zeit lösen sie ihre Umarmung wieder und Stellar schaut Nightwind leicht beunruhigt an.
„Wo sind Mutter und Vater denn heute auf Streife?“
Nightwind schaut sie fragend an. Normalerweise fragt sie nie, wo ihre Eltern auf Streife sind.
„Öhm…. Soweit ich weiß, haben sie heute die nördliche Grenzroute aufgetragen bekommen, um die Gewitterwolken, in denen sich ab und an ja diese Windigos verstecken, aufzuklären. Aber warum interessiert dich denn das? Hast du etwas gemacht, was sie vielleicht nicht hätten sehen sollen?“
Er schaut sie nun leicht neckisch an. Stellar fängt an zu grinsen, dreht sich von ihrem Bruder weg und schult ihn aus dem Augenwinkel an.
„Kann sein…. Sag ich dir aber nicht….“
Nightwind ist verwundert, über diese Reaktion und Antwort. Fragend geht er ihr hinterher.
„Moment…. Hast du dich etwa wieder mit Celest und mit….“ Er schluckt kurz und wird nervös. „….mit Anima getroffen?“
Stellar dreht sich ruckartig zu ihn um. Vor Schreck, kann er seine geröteten Wangen nicht verstecken. Sie grinst ihn frech an. Mit einem verlegenen Lächeln, dreht er sich zur Seite, und kratzt sich mit seinem rechten Vorderhuf am Hinterkopf.
„Öhm…. Ach vergiss es wieder…. Hehe….“
Zu seiner Verwunderung, umarmt ihn Stellar plötzlich.
„Ach Bruderherz. Vor mir, braucht dir das doch nicht peinlich sein. Du musst vor mir nichts verheimlichen.“
Nightwind ist noch ganz verwundert.
„Wie…. Wie meinst du das Stellar…. Was meinst du damit?“
Stellar löst die Umarmung wieder und schaut ihren Bruder mit einem sanften Lächeln an.
„Denkst du etwa, ich merke nicht, dass du Anima anders anschaust, als andere Ponys? Und wenn wir alle zusammen sind, bist du immer besonders freundlich und höflich zu ihr. Ich find’ das toll….“
Mit diesen Worten, dreht Stellar sich um und schlendert den Flur entlang, zu ihrem Zimmer. Während sie ihre Zimmertür aufmacht, schaut sie nochmal zu Nightwind, welcher immer noch verwundert dasteht.
„So, ich wird mich mal auf's Ohr hauen. Morgen ist ein großer Tag für mich. Gute Nacht, großer Bruder.“
Und schon verschwindet sie in ihrem Zimmer und lässt einen verwirrten Nightwind im Wohnzimmer zurück. Dieser muss immer noch daran denken, ob sein Verhalten wirklich so offensichtlich ist. Und mehr noch, ob Anima das auch bemerkt und wenn ja, was sie darüber denkt. Fragen über Fragen schießen ihm noch immer durch den Kopf.
Jedoch wird das Gedanken-Wirrwarr in seinem Kopf, nach einiger Zeit von einem Energischen Klopfen unterbrochen…


Derweil im Einhornviertel….


Anima ist inzwischen auch schon zuhause angekommen. Anfangs war sie kurz allein, aber dann kam eine schneeweiße Einhornstute zur Haustür herein. Ihre Türkisfarbene Mähne schien, trotz des leichten Windes, perfekt zu sitzen. Auf ihrer Flanke ist ein Buch mit einer Schreibfeder erkennbar. Anima geht ihr lächelnd entgegen.
„Hallo Mutter. Schön, dass du wieder da bist. Wie war die Versammlung des Einhornrates?“
Ihre Mutter putzt sich noch kurz die Hufe ab und schaut dann erschöpft wirkend zu Anima rüber.
„Es war recht interessant. Sie haben davon berichtet, dass gestern angeblich ein Pegasuspärchen mutmaßlich von einer Gruppe Erdponys krankenhausreif getrampelt wurde. Dein Vater ist noch da geblieben, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Ich wollte mir das nicht länger antun.“
Anima ist erschrocken über diese Nachricht. Sie hatte davon bislang noch nichts gehört. Und Celest und Stellar hatten davon auch noch nichts gesagt.
„Wie bitte? Krankenhausreif? Das ist ja furchtbar.“
Ihre Mutter geht an ihr vorbei und winkt mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck ab.
„Mach dir keinen Kopf liebes. Pegasi und Erdponys sind eh zweitklassig. Ich kann auch nicht verstehen, warum wir noble Einhörner mit ihnen gleichgestellt sein sollen. Schließlich wäre alles, was sie machen, ohne unsere Magie, die die Sonne und den Mond aufgehen lässt, ohne jegliche Bedeutung.“
Anima ist entsetzt über diese Gleichgültigkeit. Mit verunsichertem Gesichtsausdruck, folgt sie ihrer Mutter in die Küche.
„Aber Mutter…. Es wurden zwei Ponys verletzt. Da ist es doch egal, welcher Art sie angehören. Und außerdem sind die Arbeiten von Erdponys und Pegasi genauso wichtig, für unsere Gesellschaft.“
Ihre Mutter wendet sich Anima zu und guckt sie mit einem gelangweilten Blick an.
„Ach papperlapapp. Anima, du warst schon immer zu weich. Muss wohl immer noch der Einfluss dieser beiden Fohlen, aus deiner Grundschule sein. Die haben dich damals wirklich verdorben. Wird Zeit, dass du erkennst, welche Stellung wir Einhörner eigentlich haben sollten.“
Anima’s unsicherer Gesichtsausdruck, wandelt sich nun in einen wütenden. Sie dreht sich von ihrer Mutter weg, Richtung Küchentür.
„Mutter, es reicht! Du hast kein Recht, so über mich oder die anderen zu urteilen. Alle drei Ponyarten sind gleichermaßen wichtig. Es wird eher Zeit, dass DU genau das erkennst.“
Anima verlässt umgehend den Raum, ohne ihrer Mutter die Gelegenheit zu lassen, darauf zu antworten. Diese will sich das aber nicht bieten lassen und eilt ihrer Tochter wütend hinterher, bis in den Flur.
„Junge Dame…. So kannst du nicht mit deiner Mutter reden! Warte nur ab, was dein Vater dazu sagt, wenn er nachher wiederkommt.“
Anima dreht sich zu ihrer Mutter um. Immer noch mit wütendem Gesicht.
„Dann werde ich ihm genau dasselbe sagen Ich bin dieses hochnäsige Getue satt. Und nun entschuldige mich, ich gehe auf mein Zimmer. Morgen ist schließlich meine Abschlussfeier.“
Sie will sich gerade wegdrehen, als es plötzlich kräftig an der Tür klopft.


Überrascht, über diesen späten Besuch, schauen sich Anima und ihre Mutter verwirrt an. Anima öffnet vorsichtig die Tür. Mit erschrockenen Gesichtsausdruck erblickt sie Celest, welche total außer Atem, vor ihrer Tür steht. Sie will gerade die Tür wieder weiter zu machen, damit ihre Mutter, Celest nicht sieht, als diese plötzlich hinter ihr erscheint und die Tür weit öffnet.
„Anima wer ist denn….“
Sie stoppt mit dem reden, als sie Celest erblickt. Ein Erdpony, so spät vor ihrer Tür. Aber noch bevor sie oder Anima etwas sagen können Blick Celest die beiden mit besorgtem Blick an.
„Ist…. ist…. ist Lunala…. hier?!“
Sie ringt immer noch nach Luft. Anima guckt total perplex. Noch bevor sie was sagen kann, drängt sich ihre Mutter nach vorne und schaut Celest herablassend an.
„Was willst du hier Erdpony? Hast du dich etwa verlaufen? Wer bist du überhaupt?“
Celest’s Atmung fängt langsam an, sich zu normalisieren. Da kommt Anima von hinten und schieb ihre Mutter mit den Vorderhufen energisch beiseite. Diese ist darüber und über die Gesamtsituation so konfus, dass sie darauf gar nicht reagieren kann. Anima fasst Celest mit einem Huf an der Schulter und beugt ihren Kopf zu ihr runter.
„Was ist los Celest? Was ist mit Lunala?“
Anima s Mutter schaut dem Treiben fassungslos zu. Dann besinnt sie sich wieder und tippt ihr Tochter an.
„Sag Anima, du kennst dieses Pony?! Ist sie etwa das Erdpony aus deiner Grundschulzeit?! Habt ihr etwa noch Kontakt?! Und wer ist diese Lunala?! Erklär mir das sofort, junge Dame!“
Aber Anima würdigt ihrer Mutter keines Blickes.
„Sei still Mutter! Celest Rede. Was ist passiert.“
Celest, die inzwischen wieder zu Atem gekommen ist, schaut Anima besorgt an.
„Lunala ist weggelaufen….“


Etwas früher, im Viertel der Erdponys.


Celest hat sich allmählich beruhigt. Immer noch auf ihrem Bett liegend, wischt sie sich ihre letzten Tränen weg. Sie muss gerade an Lunala denken, welche in ihrem Zimmer wahrscheinlich alles mit angehört hat. Etwas besorgt, steht sie auf und geht zu ihrer Zimmertür. Vorsichtig lauscht sie erstmal, ob sie draußen ihre Eltern hört. Jedoch herrscht Totenstille. Sie macht vorsichtig die Tür auf und schleicht sich sachte, über den Flur, zu Lunala’s Zimmer. Vorsichtig klopft sie an. Aber es kommt keine Reaktion. Sie klopft erneut. Nichts rührt sich. Vorsichtig öffnet sie die Tür einen Spalt.
„Lunala? Ich bin es…. Celest. Ich komm jetzt rein ok?“
Immer noch, tut sich nichts. Celest betritt das leere Zimmer. Verwundert, schaut sie sich um. Keine Lunala zu sehen. Dann erblickt Celest, Lunala’s offenes Tagebuch auf ihrem Tisch. Sie schaut auf die geöffnete Seite. Dort erkennt sie die Adressen von Stellar und Anima. Plötzlich weiten sich ihre Augen, als sie einen Luftzug vernimmt. Sie schaut erschrocken, auf das weit geöffnete Fenster. Sofort läuft sie zu diesem und guckt hinaus. Auch dort keine Lunala. Voller Panik läuft sie runter, zu ihren Eltern. Ihre Mutter schaut sie nur genervt an, während ihr Vater wieder gelangweilt, durch die Zeitung blättert.
„Na, hast du dich wieder beruhigt und willst dich für deinen Ausraster entschuldigen?“
Aber Celest denkt gar nicht daran, auf diese Aussage einzugehen. Panisch schaut sie sich nur um, bis sie dann noch auf ihre Eltern zugeht.
„Wo ist Lunala?! Habt ihr sie gesehen??“
Ihre Eltern gucken sie nur erstaunt an. Dann wandert der Blick ihres Vaters die Treppe hoch.
„Sie ist doch vorhin in ihr Zimmer gegangen. Da ist sie bislang nicht rausgekommen.“
Ihre Mutter geht, mit ernster Miene, auf sie zu.
„Celest…. Sag, warum bist du so nervös?! Was ist nun schon wieder passiert?!“
Celest schüttelt kurz den Kopf. Dann dreht sie sich um und läuft Richtung Haustür.
„Lunala ist fort! Ich muss sie finden!“
Noch während sie das ruft, stürmt sie aus dem Haus. Ihre Eltern gucken sich ganz erschrocken an. Dann eilen sie nach oben und erblicken ebenfalls nur ein leeres Zimmer.
Celest macht sich sofort, auf den Weg ins Einhornviertel, da dieses näher an ihrem Zuhause liegt. Sie stürmt, so schnell, wie sie kann, auf schnellstem Wege zu Anima, vorbei an den nächtlichen Wachpatrouillen. Auch die, noch am Wegesrand, stehenden und gehenden Einhörner, welche sie alle skeptisch beäugen, beachtet sie gar nicht. Ihr Blick wandert nur hektisch hin und her, in der Hoffnung, Lunala irgendwo zu erblicken.
Endlich erreicht sie Anima’s Zuhause. Ohne sich eine Pause zu gönnen, klopft sie kräftig gegen die Haustür.


Besorgt, über Celest's Nachricht, von Lunala’s Verschwinden, beachtet Anima, ihre Mutter nun gar nicht mehr. Sie versichert Celest, dass Lunala nicht dort sei. Ihre Mutter versucht derweil, sich eins zweimal dazwischen zu drängen, bis Anima sie schlussendlich mit entschlossenem Blick anschaut.
„Mutter, ich gehe nochmal los. Meine Freundin braucht meine Hilfe und es ist mir egal, was du darüber jetzt denkst. Komm Celest, wir gehen.“
Und noch bevor ihre Mutter etwas sagen kann, machen sich Anima und Celest gemeinsam auf den Weg, zu Stellar, ins Pegasusviertel. Währenddessen versucht Celest, Anima zu erklären, was passiert ist und auch, dass sie gerade wegen diesem Zeitungsartikel so beunruhigt ist. Dadurch wächst nun auch die Sorge in Anima drastisch an.
Sie eilen noch durch die Gassen und Straßen, des Einhornviertels. Dabei werden sie immer wieder von den anderen Ponys angestarrt. Ein Einhorn, welches zusammen mit einem Erdpony, durch das Einhornviertel jagen und dann noch zu solch später Uhrzeit, ist schon etwas Außergewöhnliches. Allmählich erreichen sie die Grenzstraße, zwischen dem Einhorn- und dem Pegasusviertel. Die Straßenlaternen der Nebenstraßen beginnen inzwischen auch schon, in den Nachtmodus zu wechseln, indem nur noch jede zweite Laterne an ist. Lediglich die drei Hauptstraßen, welche die drei Stadtviertel voneinander abtrennen, werden nachts durchgehend beleuchtet.
Während sie inzwischen durch das Pegasusviertel laufen, sind in einigen Gassen etwas lautere Ponys zu hören. Diese beachten Celest und Anima jedoch nicht, da sie bereits kurz vor Stellar's Zuhause sind.
Sie rennen um die letzte Ecke und gelangen an ihre Haustür. Während Anima sich erstmal gegen die Hauswand lehnt, geht Celest zielstrebig auf die Haustür zu. Da Erdponys mehr an körperliche Arbeit gewöhnt sind, macht Celest das viele Gelaufe weit weniger aus, als Anima. Energisch klopft sie gegen die Tür.


Nach wenigen Augenblicken, öffnet Nightwind die Tür. Er ist immer noch sichtlich verwirrt. Und nun steht auch noch Celest vor seiner Tür.
„Celest?! Was machst du hier?“
Celest muss aber noch etwas tief durchatmen, bevor sie darauf antworten kann. Außerdem kann Nightwind noch jemanden schwer nach Luft schnappen hören. Denn diese Geräusche kommen nicht von Celest. Er streckt seinen Kopf aus der Tür und guckt nach links und rechts. Jetzt erkennt er das schwer atmende Pony.
„A…. A…. ANIMA?!“
Er wird knallrot an den Wangen und seine Augen weiten sich. Die ganzen Fragen von eben und der Gedanke, an das eben geführte Gespräch mit seiner Schwester, schießen ihm wieder in den Kopf. Währenddessen hat auch Stellar den Tumult, an der Haustür bemerkt und kommt aus ihrem Zimmer. Sie schaut zur Tür und erkennt Celest. Verwundert, geht sie zu ihnen. Als sie näher kommt, kann sie nun auch Anima erkennen, welche sich inzwischen auch Richtung Haustür schleppt.
„Was ist denn hier los?! Celest…. Anima…. Was macht denn hier?!“
Celest ist inzwischen wieder etwas zu Atem gekommen. Sie schaut äußerst besorgt zu Stellar.
„Lu…. Luna…. Lunala…. ist sie hier?“
Stellar guckt verdutzt zu Nightwind. Dann schaut sie wieder fragend zu Celest.
„Lunala? Deine Schwester? Warum sollte sie hier sein?“
Celest's letzte Hoffnung zerspringt in tausend Teile. Sie fängt heftig an zu schluchzen. Tränen laufen ihr übers Gesicht. Nightwind und auch Stellar stehen gerade Fragen über Fragen im Gesicht. Anima, welche inzwischen auch wieder etwas zu Atem gekommen ist, wendet sich an die beiden, um die Situation zu erklären, da Celest gerade alles andere, als in der Lage dazu zu sein scheint.
„Lu…. Lunala ist…. von Zuhause…. weggelaufen. Es gab…. Ärger zwischen…. Celest und ihren…. Eltern. Und auf…. ihrem Tisch lag…. ihr Tagebuch offen…. mit unseren Adressen darin.“
Erneut schauen sich Stellar und Nightwind an. Langsam begreift Stellar die Situation. Im Gegensatz zu Nightwind, welcher durch die ganzen Informationen, gepaart mit seiner Verwirrung, wegen seinen, anscheinend, offensichtlichen Gefühlen zu Anima, total neben sich steht.
Stellar schaut Celest sorgenvoll an. Und auch Anima ist ratlos, wie sie Celest gerade helfen kann. Nightwind sortiert immer noch seine Gedanken im Kopf. Als sich plötzlich seine Ohren aufstellen und bewegen. Ganz leise, hört er etwas. Er schüttelt seinen Kopf. Dann schaut er zur Uhr. Anschließend fasst er mit seinem Huf, an sein Kinn und denkt scharf nach.
‚Laute Ponys? Um diese Uhrzeit? In dieser Gegend?‘
Sein Gesichtsausdruck wird ernster. Er kneift die Augen leicht zusammen und beginnt damit, sich auf die Geräusche zu konzentrieren, um die genaue Richtung auszumachen, aus der sie kommen. Dies ist aber schwieriger, als gedacht, da sich durch die ganzen Gassen, Echos bilden. Die Bewegungen seiner Ohren werden immer Ruckartiger. Plötzlich fixieren sich seine Ohren in eine Richtung. Seine Augen weiten sich schlagartig und er schaut auf, direkt in die Richtung, in die auch seine Ohren zeigen.
„DA!“
Er stürmt direkt los, an Anima und Celest, welche inzwischen bittere Tränen heult, vorbei. Er hält nochmal kurz an und dreht sich zu den dreien um.
„Kommt! Schnell! Beeilt euch!“
Dann läuft er weiter.
Celest und Anima schauen ihm fragend hinterher. Stellar hingegen, kennt das Verhalten ihres Bruders. Sein Gehör war schon immer herausragend. Und seine Beobachtungsgabe ebenso. Sie stürmt ebenfalls los.
„Kommt Mädels! Keine Zeit für Erklärungen!“
Die verstehen zwar gerade nicht, was hier passiert, jedoch kennen sie Nightwind und Vertrauen Stellar. Auch sie stürmen nun daher los.


Kurze Zeit früher, am Rande, des Pegasusviertels….

Ein kleines, dunkelblaues Fohlen-Mädchen, mit schwarzer Mähne und einer dunkelblauen Strähne darin, schleicht verängstigt durch die Gassen. Sie hat soeben die Straße, zwischen dem Erdpony- und dem Pegasusviertel überquert. Sie bleibt kurz stehen und schaut nach oben, Richtung Himmel. Der sternenklare Himmel, spiegelt sich in ihren saphirblauen Augen. Rasch schließt sie die Augen, neigt den Kopf nach unten und schüttelt ihn kurz. Anschließend blickt sie wieder konzentriert, in die Straßen und Gassen des Pegasusviertel’s. Leise spricht sie sich selber Mut zu.
„Beruhige dich Lunala. Jetzt musst du für Celest da sein. Sie würde das Selbe für dich tun.“
Sie setzt ihren Weg fort. Immer wieder, trifft sie hier und da, auf Pegasi am Straßenrand. Einige schauen sie skeptisch an, andere mürrisch und wieder andere sogar verärgert. Vereinzelt, wechseln sie sogar extra die Straßenseite, um weiter weg von ihr zu sein. Lunala hat mächtige Angst, aber sie versucht, es zu verstecken. Zum Glück, kennt sie den Weg größtenteils, zu Stellar. Celest ist ihn mit ihr schon des Öfteren mal gegangen, wenn sie sich mal wieder heimlich treffen wollten. Stellar ist dann immer hinter die Hausecke, gegenüber dem Haus ihrer Eltern gekommen, so dass diese Celest und Lunala nicht sehen konnten. Lunala empfand dieses Versteckspiel immer als sehr spaßig und aufregend. Aber es war anders, als jetzt. Denn zum einen, war es immer Tags und zum anderen, war ihre große Schwester immer dabei. Sie schluckt einmal laut, während sie verunsichert hin und her schaut. Nachts sehen diese Straßen doch anders aus, als tagsüber. Zu ihrem Glück, kommt sie immer wieder an markante Punkte, an welche sie sich erinnern kann.
Sie schleicht an einer Gasse vorbei, aus der sie einige Ponystimmen hören kann. Kurz hält sie an, um hineinzusehen. Sie erkennt, im schummrigen Licht, einer einzelnen Laterne, eine Gruppe, junger Pegasi. Sie will gerade wieder weiterziehen, als einige der Pegasi sie bemerken und zu ihr rüberkommen.
„Hey Kleine. Hast du dich etwa verlaufen?“
Lunala schaut vorsichtig zu dem fragenden Pegasushengst hoch. Er grinst leicht hämisch. Sie schüttelt den Kopf und versucht, freundlich zurück zu Lächeln.
„Ähm…. n…. nein…. nein danke. I…. I…. Ich komm…. schon zurecht. Danke.“
Verängstigt, versucht sie, ein paar Schritte zurückzuweichen, als sie plötzlich gegen die Vorderhufe eines etwas jüngeren Pegasushengstes läuft. Vorsichtig schaut sie nach oben. Der Pegasushengst, gegen welchen sie gerade aus Versehen gelaufen ist, beugt seinen Kopf über sie und grinst sie ebenfalls hämisch an.
„Was ist denn los Kleine? Du brauchst doch vor uns keine Angst haben. Wir wollen dir doch nur helfen.“
Eine Pegasusstute kommt nun auf Lunala zu.
„Wir wollen dir nur zeigen…. wo es lang geht….“
Sie schaut zu den anderen beiden. Alle drei grinsen sich nun finster an. Auch die anderen zwei Pegasi kommen nun rüber und stellen sich um Lunala auf. Ihr Körper ist vor Angst erstarrt. Verzweifelt schaut sie hin und her und sucht nach einem Ausweg. Aber alle 5 Pegasi haben sie eingekreist.
„B… b… bitte…. L… l…. lasst mich bitte gehen….“
Sie fängt an zu weinen und duckt ihren Kopf runter, während sie anfängt, sich zusammen zu kauern.
Plötzlich spürt sie ein Stoß an ihrer Schulter. Sie stürzt zur Seite. Völlig geschockt, blickt sie zur Seite. Eines der Pegasi, steht neben ihr, mit einem bösen Gesichtsausdruck. Da fängt die Pegasusstute an, laut zu lachen. Lunala’s Blick wandert hektisch zu ihr. Mit einem fiesen lachen, schaut sie Lunala durchbohrend an.
„Na siehst du? Du brauchst Hilfe. Du kannst ja nicht mal alleine stehen, du unnützes Ding.“
Etwas weiter ab, von dem Geschehen, stehen einige Pegasi, die das Treiben beobachten. Aber aufgrund der Entfernung, können sie es nicht genau erkennen. Ein Pegasushengst kneift die Augen zusammen und versucht etwas zu erkennen.
„Hmm…. Was machen die denn da? Ist das nicht ein Erdponyfohlen?“
Seine Stute winkt ab.
„Ach was. Was soll denn ein Erdponyfohlen so spät abends in unserem Viertel. Das ist doch gegen das Gesetz.“
Der Hengst nickt zustimmend und dreht sich wieder weg. Eine andere Stute, die zufällig an ihnen vorbei läuft und das mit angehört hat, schaut nun ebenfalls genauer zu Lunala und der Pegasigruppe.
„Doch ich glaube das ist wirklich ein Erdpony. Ärgern sie das kleine Fohlen etwa?“
Die andere Pegasusstute schaut nun auch nochmal hin, winkt dann aber erneut ab.
„Ach wen interessiert´s. wenn sich ein Erdpony zu der Uhrzeit hier her verirrt, selber schuld. Und gegen ein bisschen Necken, ist doch nichts einzuwenden, oder Schatz?“
Sie schaut zu ihrem Hengst rüber.
„Ja du hast recht, hat uns auch nur stärker gemacht.“
So ziehen sie weiter. Die andere Pegasusstute bleibt noch etwas stehen und beobachtet die anderen weiter. Plötzlich dreht sich einer der Pegasushengste aus der Gruppe, um Lunala, zu ihr um.
„Hey…. Guck nicht so. Geh mal lieber weiter!“
Sie erschrickt vor dieser Ansage und tut sogleich, was er gesagt hat.
Lunala bricht unter Tränen zusammen. Sie schaut die Stute aus der Gruppe flehend an.
„Warum tut ihr so was?! Bitte lasst mich…..“
Sie kann den Satz nicht beenden. Ein heftiger Huftritt an ihren Hinterkopf, beendet ihren Satz abrupt. Durch die Wucht, knallt sie mit dem Kopf auf den Boden. Durch den Schmerz betäubt, wird ihr kurz schwarz vor Augen. Als sie wieder was erkennen kann, sieht sie, wie die fünf Pegasi nun ganz nah, um sie herum stehen. Unter heftigen Tränen, bittet sie um Gnade.
„Bitte…. ich flehe euch an…. lasst mich bitte….“
Aber wieder kann sie ihr Flehen nicht beenden, als sie plötzlich einen Huftritt in ihre Seite bekommt, welcher sie komplett umwirft. Dieser war so heftig, dass ihr sogar übel wird. Sie muss daraufhin heftig husten. Einige Tropfen Speichel, welcher durch das Husten aus ihrem Mund fällt, treffen auf die Vorderhufe, zweier Hengste vor ihr. Diese bemerken direkt die Flecken und schauen nun wutentbrannt auf Lunala runter. Einer der Hengste brüllt Lunala nun lauthals an.
„DU WERTLOSER SCHÄDLING!!!“
Er dreht sich um, schlägt aus und versetzt ihr einen heftigen Tritt mit beiden Hinterhufen, gegen ihre Schulter. Der Tritt wird von einem lauten Knacken begleitet. Lunala kann einen lauten Schmerzensschrei nicht zurückhalten, während sie einige Meter weit fliegt. Sichtlich angeschlagen und mit heftigen Schmerzen, versucht sie sich aufzurappeln. Aber sie kann ihre linke Schulter, welche soeben den Tritt abbekommen hat, und somit ihren linken Vorderhuf nicht mehr bewegen. Verzweifelt ruft sie nun laut um Hilfe. Aber bis auf einige Pegasi, die das Geschehen zwar inzwischen aus der Entfernung bemerkt haben aber nur leise tuscheln und dann so weitergehen, als hätten sie nichts gesehen, geschieht nichts.
Lunala erkennt die Ignoranz der anderen Pegasi und verliert jegliche Hoffnung auf Hilfe. Fassungslos verfällt sie in einen Schockzustand. Sie sitzt nun regungslos, mit leerem Blick da. Neben ihr erscheint ein großer Schatten. Wie in Trance, schaut sie langsam und mit weit geöffneten Augen zu ihm hoch
„Was ist denn los Kleine? So Schweigsam mit mal?“
Der andere Hengst, welcher zuvor von ihrem Speicheltropfen getroffen wurde, steht nun wieder neben ihr. Er holt mit seinem Vorderhuf aus und schlägt heftig auf ihre lahmende Schulter. Und auch dieses Mal schreit sie vor Schmerz, während sie erneut auf den Boden knallt. Ihre Augen schauen nur noch trüb, glasig ins Leere. Mit letzter Kraft und sehr schwer atmend, versucht sie nochmals, einige Worte zu sagen.
„…. ich…. bitte…. euch….“
Sie kann nicht mehr weiterreden. Ihr fehlt die Kraft. Ihr Kopf liegt auf dem harten Steinboden. Ihr Blick ist leer. Alles verschwimmt vor ihren Augen. Es wird allmählich Schwarz. Kaum noch bei Bewusstsein, hört sie ein paar Hufe, auf sie zu stürmen. Ihr Kopf ist nun völlig leer. Kein einziger Gedanke geht ihr mehr durch den Kopf. Auch Schmerzen spürt sie nicht mehr…. Sie spürt gar nichts mehr….


Nightwind läuft mit hohem Tempo durch das Pegasusviertel, immer den feinen Geräusche hinterher, welche seine sensiblen Ohren vernehmen. Dicht gefolgt von Stellar und Celest. Nur Anima hat Probleme, das hohe Tempo mitzuhalten. Sie fällt etwas zurück, kann aber noch erkennen, wie die drei um eine Ecke biegen. Nun können auch Stellar und Celest die ungewöhnlichen Geräusche wahrnehmen. Sie schauen sich kurz an, nicken sich zu und legen noch einen Zahn zu. Wieder hatte sie Nightwind, mit seinem außergewöhnlichen Gehör überrascht. Doch die Überraschung wird überschattet von den Geräuschen, welche erkennbar deutlicher werden.
Einige Pegasi kommen ihnen empört entgegen und diskutieren noch heftig, über das, was sie gerade gesehen haben. Bis sie dann auf einmal Nightwind, gefolgt von Celest und Stellar und mit etwas Abstand Anima, an sich vorbeirennen sehen. Verwundert schauen sie ihnen nach, wie sie in die Gasse einbiegen, aus der sie gerade gekommen sind.
Als Nightwind und die anderen schlussendlich in eine Gasse einbiegen, erkennen sie den wahrhaftigen Ursprung, hinter diesen Geräuschen. Auf’s äußerste schockiert, fällt Celest’s Blick direkt auf ihre, regungslos, am Boden, liegende Schwester.
„LUNALAAAA!!!!!“
Celest stürmt wutentbrannt, auf Lunala zu. Dabei fällt ihr Blick auf die Gruppe, junger Pegasi.
„IHR VERDAMMTEN DRECKSPONYS!!!“
Celest ändert ihre Richtung etwas und stürmt nun mit vollem Tempo auf die Pegasi zu. Blindlings rammt sie unbewusst den kräftigsten von ihnen. Dieser jedoch wird von der geballten Wucht, des zierlich wirkenden Erdponys direkt in Richtung der anderen vier Pegasi geschleudert. Er trifft auf zwei der Hengste. Aber auch diese können die Wucht, von Celest’s Rammstoß nicht abfangen und werden prompt noch einige Meter mitgerissen.
Celest wiederum, interessiert es gar nicht wo die drei Pegasi gerade hinfliegen. Jeder ihrer Gedanken ist nun bei Lunala. Sie läuft sofort zu ihr. Auch Stellar und Nightwind sind bereits bei ihr angekommen. Entsetzt von der offensichtlichen, grausamen Brutalität, stellen sie sich nun schützend vor Celest und Lunala und schauen finster zu den fünf Pegasi.
„WAS SOLL DER SCHEIß?!“
Stellar geht eins-zwei Schritte in ihre Richtung. Auch Nightwind tritt nun einen Schritt vor.
„SEID IHR TOTAL BEHINDERT!?! VERZIEHT EUCH, IHR DRECKSPONYS!!!“
Die drei Pegasushengste sind inzwischen wieder auf den Beinen. Jedoch sichtlich angeschlagen. Auch Anima ist nun am Ort des Geschehens angekommen. Entsetzt, blickt sie auf eine regungslose Lunala. Und auf Celest, die heulend neben ihr kniet und versucht, sie wach zu rütteln. Dann sieht sie eine Gruppe aus fünf Pegasi, die alle mit knirschenden Zähnen zu Celest und den anderen rüber schauen.
Der große Hengst, den Celest als erstes gerammt hat, tritt nun aus der Gruppe hervor und schaut Stellar und Nightwind böse an. Währenddessen läuft Anima zu Lunala und Celest.
„Was ist denn mit euch falsch?! Das sind doch nur wertlose Erdponys. Und denkt mal an den Zeitungsartikel von heute, über das Pegasi-Pärchen, welches seit gestern im Krankenhaus liegt. Dieser Erdponyabschaum ist doch somit selber schuld. Die haben doch angefangen.“
Diese Worte treffen Anima direkt ins Herz. Mit leerem Blick, fängt sie an zu murmeln.
„Sie ist noch ein Fohlen. Ein kleines unschuldiges Fohlen.“
Ihr Blick verfinsterte sich. Wutentbrannt schaut sie zu den Pegasi. Ihr Horn fängt an, hell weiß zu glühen. Auch ihre Augen, beginnen zu glühen, sodass man nicht mal mehr ihre Pupillen erkennen kann. Sie holt tief Luft und schreit aus voller Kehle.
„SIE IST EIN KLEINES, UNSCHULDIGES FOHLEN!!!“
Sie stemmt sich mit voller Kraft nach vorne. Aus ihrem Horn, schießt eine gewaltige Energiewelle heraus. Sie ist so gewaltig, dass sie beinahe noch Stellar und Nightwind erwischt. Beide können gerade noch so zur Seite springen, spüren jedoch die gewaltige Energie in Form von Hitze. Anima wird durch ihren eigenen Rückstoß etwas zurück gedrängt. Aber sie stemmt ihre Hufe prompt, so fest in den Boden, dass dieser sogar leicht unter ihren Hufen nachgibt und Risse bekommt.
Die Energiewelle geht immer weiter auseinander. Lunala‘s Peiniger sind so geschockt, dass sie gar nicht mehr reagieren können und werden voll von ihr erfasst. Die Energiewelle, mit samt der fünf Pegasi, durchbricht mühelos eine nahegelegene Grundstücksmauer und wird erst von einem großen Haufen Stahlträger, eines im Bau befindlichen Hochhauses gestoppt. Nightwind sprintet geistesgegenwärtig zu Anima und brüllt sie an.
„ANIMA HÖR AUF!!! STOOOOOPP!!!“
Anima’s Augen hören prompt auf, zu glühen, als sie Nightwind’s Stimme vernimmt. Leicht irritiert, stoppt sie die Energiewelle. Verwirrt schaut sie auf Nightwind, der jetzt mit besorgten Gesicht neben ihr steht. Dann weiten sich ihre Augen.
„LUNALA!!!“
Sie dreht sich schlagartig um und begibt sich direkt zu ihr. Sie bemerkt nicht mal den kleinen Krater, der durch den gewaltigen Druck ihre Hufe entstanden ist. Nightwind schaut zu seiner Schwester. Diese hingegen steht nur mit stark geweiteten Augen und offenem Mund fassungslos da und schaut der riesen Furche hinterher, die Anima’s Energiewelle hinterlassen hat. Durch das große Loch in der Mauer, kann sie ganz leicht die regungslose Pegasigruppe sehen. Teilweise ist ihr Fell weggeschmorrt und man kann Verbrennungen der Haut erkennen. Sogar die gelagerten Stahlträger dampfen noch etwas.
Verblüfft von Anima's gewaltiger Kraft, hat sie sogar für einen kurzen Moment Lunala vergessen. Aber dann schießt sie ihr wieder in den Kopf, sie dreht sich um und läuft ebenfalls zu ihr.
Celest hat von alle dem, nichts mitbekommen. All ihre Gedanken, rangen sich um ihre kleine Schwester. Sie versucht immer noch unter Heulkrämpfe, Lunala mit ansprechen und leichten Berührungen, aufzuwecken. Sie ruft nach ihr und schüttelt sie mit ihren Vorderhufen.
„LUNALA!!! LUNALAAAA!!!.....“


Schwarz. Alles ist Schwarz. Und es ist still. Man hört nichts. Rein gar nicht. Nur ein kleines Fohlen liegt schlummernd auf dem Boden. Langsam bewegt es sich. Es erwacht.
Lunala öffnet die Augen. Sie kann nichts erkennen. Alles ist Schwarz. Sie hebt den Kopf und versucht, sich umzuschauen. Aber vergebens. Ihre Ohren fangen an, sich zu bewegen. In der Hoffnung, ein Geräusch zu erhaschen. Aber vergebens. Sie schaut sich um, sie hört sich um, aber vergebens.
„Hallo?“
Keine Antwort. Nicht mal ein Echo.
„Halloooo?“
Wieder bleibt alles Weitere stumm. Sie fängt an, sich zu erheben. Zu ihrer Verwunderung, machen ihre Hufe gar keinen Laut, als sie Auftritt.
„Hallo? Ist da wer? Wo bin ich? Haaaalloooo?“
Und wieder verhallt ihr Rufen ins Nichts. Lunala lässt sich mit gesenktem Haupt, auf ihren Hintern fallen. Eine Träne rollt aus ihrem Auge. Sie läuft allmählich an ihrer Wange hinunter. Als sie dann ihr Kinn erreicht, bleibt sie noch einen Augenblick hängen, bis sie dann zu Boden tropft. Als die Träne jedoch den Boden berührt, kann man das eindeutige Geräusch von Plätschern hören. Lunala ist verwundert….alles ist still, nur das kann man hören.
„Was machst du hier?“
Lunala erschreckt sich. Eine fremde Stimme ist laut und deutlich zu hören.
„Ein kleines Fohlen, wie du, sollte nicht hier sein.“
Die Stimme hat einen beruhigenden Klang für Lunala. Ihre Angst und Verzweiflung, lösen sich in Wohlgefallen auf. Mit neuer Energie, steht sie wieder auf.
„Ich heiße Lunala. Wer bist du? Und wo bin ich hier?“
Plötzlich kann Lunala in der Ferne ein kleines Licht erkennen. Es kommt langsam und direkt, springend auf sie zu.
„Hallo Lunala. Du befindest dich hier an einem Ort, den ich in letzter Zeit immer häufiger besuche. Aber so ein kleines Fohlen, wie du, sollte eigentlich niemals hierher kommen müssen.“
Lunala versteht nicht ganz. Verwirrt, beobachtet sie, wie das Licht um sie herumtänzelt.
„Was soll das heißen, ich sollte nicht…..“
Dann verschwindet das Licht plötzlich, noch bevor Lunala zu Ende reden kann. Wiedermal ist alles Schwarz. Lunala dreht sich nochmal um. Nicht, dass sie das kleine Licht vielleicht nur übersieht. Aber vergebens. Langsam lässt sie den Kopf wieder hängen. Jedoch kann sie auf einmal etwas hören. Eine Stimme.
„LUNALA!!! LUNALAAAA!!!.....“
Lunala hört die Stimme ihrer Schwester.
„Celest?! CELEEEEEST!!!“
Plötzlich taucht das Licht wieder auf und rast direkt auf Lunala zu. Lunala erschreckt sich und zuckt mit dem Kopf zurück.
„Kleines Fohlen, geh zurück!“
Mit diesen Worten, breitet sich das Licht rasant aus und blendet Lunala komplett. Erneut erschreckt sie sich und kneift die Augen zusammen.


Lunala beginnt erneut, doll zu husten. Mit schmerzverzerrtem Gesicht schreit sie laut los.
„AUAAAA!!!! LASST MICH!!!!“
Sie versucht das Pony, welches sie berührt wegzustoßen. Aber als sie die Augen öffnet, sieht sie Celest mit verheultem, sorgenvollem Gesicht vor sich. Sie versucht sich aufzurappeln, aber es geht nicht. Ihre Schulter schmerzt zu doll.
„AAAAHHHH! Meine Schulter. Celest….Hilfe.“
Erneut fängt Lunala an zu heulen. Dieses Mal aber mit etwas Erleichterung in der Stimme. Auch Celest ist sichtlich beruhigt, dass es ihrer Schwester doch besser geht, als gedacht.
Nightwind schaut kurz darauf zu Anima.
„Kannst du sie mit deiner Magie schwebend, ruhig tragen? Wir sollten sie am besten nicht so viel bewegen! Wer weiß, was für Verletzungen sie noch hat.“
Anima nickt zuversichtlich.
Noch bevor Celest realisiert, was Nightwind da gerade gesagt hat, rennt Anima zu Lunala. Ihr Horn fängt wieder an, zu glühen. Auch Lunala’s Köper beginnt nun zu glühen. Sie beginnt zu schweben. Anima bemüht sich gerade, ihre Position nicht zu verändern und zu fixieren, als Nightwind sie plötzlich auf den Rücken nimmt. Sie schaut ihn verwundert an.
„Du brauchst deine Konzentration, um Lunala zu halten. Deshalb trage ich dich.“
Nochmals schaut er zu Celest und Stellar.
„Kommt jetzt! Auf dem schnellsten Weg zum Krankenhaus! Ihr beide macht mir den Weg frei!“
Celest schaut immer noch auf Lunala, welche nun durch Anima in Ruhelage schwebt.
„Geht das so Luni?“
Immer noch mit scherzverzerrtem Gesicht, versucht Lunala zu antworten.
„AAHHH, es tut so weh. Und ich bin so müde.“
Celest schaut nun entschlossen zu Stellar
„Du hast Nightwind gehört? DU und ICH räumen den Weg zum Krankenhaus frei. OK?“
Stellar nickt zuversichtlich. Zusammen stürmen sie los, dicht gefolgt von Nightwind, mit Anima auf seinem Rücken und der schwebenden Lunala.
Im Galopp, eilen sie durch die Straßen. Celest dreht alle paar Meter ihren Kopf, um nach Lunala zu sehen. Lunala verliert immer mal wieder ab und an das Bewusstsein, kommt dann aber durch ihren schweren Husten wieder zurück. Immer wieder laufen Celest Tränen über die Wange. Sie gibt sich die Schuld daran, dass Lunala schwer verletzt und unter Schmerzen ins Krankenhaus gebracht werden muss. Anima lässt Lunala extra schon dichter an Celest schweben, damit sie den Kopf nicht so weit drehen muss. Aber es fällt ihr sichtlich schwer, die Konzentration aufrecht zu erhalten, da sie Lunala’s Körper so wenig wie möglich bewegen will. Schweißperlen laufen ihr übers Gesicht und tropfen auf Nightwind's Rücken. Dieser spürt jeden Tropfen. Aber das ist für ihn jetzt gerade Nebensache. Er muss sich mehr darauf konzentrieren, mit Celest und Stellar mitzuhalten. Stellar wiederum ist mehr damit beschäftigt, die Gruppe auf dem schnellsten Weg zum Krankenhaus zu führen.
Alle Ponys, an denen sie vorbeilaufen, schauen das ungewöhnliche Gespann erst fragend und dann schockiert an, sobald ihr Blick auf Lunala trifft. Ihre Augen sind immer noch leicht trüb. Sie kämpft sichtlich mit den Schmerzen und dem erschwertem Atmen.
Endlich sehen sie das Krankenhaus. Es ist ein großes Backsteingebäude, direkt neben dem noch größeren Rathaus, am Platz der Einheit. Man hat es da errichtet, um es für alle Ponyarten gleichermaßen schnell erreichbar zu machen. Stellar holt nochmal tief Luft, legt einen Schlusssprint ein und löst sich somit von der Gruppe, um die Ärzte und Schwesternponys zu alarmieren.
Als Celest und Nightwind die Notaufnahme erreichen, kommt ihnen schon eine, Der alarmierten Schwesternerdponys mit einer Liege entgegen. Anima, welche sich inzwischen, aufgrund der Daueranstrengung, vor Erschöpfung, kaum noch auf Nightwind's Rücken halten kann, lässt Lunala vorsichtig auf die Liege schweben. Einer der Arzteponys, ein etwas älteres Einhorn, mit einer Brille, über die es leicht rüber schaut, ist bereits im Schnellschritt auf dem Weg zu ihr. Schon beim hinlaufen, erkennt er den Ernst der Lage. Er setzt sein Stethoskop auf und horcht rasch Lunala's Brustkorb ab. Diese ist immer noch heftig am Husten. Jede Bewegung tut ihr weh. Eines der umstehenden Pflegerponys, ein recht junger Pegasushengst, welcher kaum älter zu sein scheint, als Celest, Stellar und Anima, erschreckt sich bei diesem Anblick. Er scheint so etwas noch nie gesehen zu haben. Der Arzt schaut ihn mit ernster Miene an.
„Ich brauche sofort ein freies CT! Und ich brauche noch Informationen, über eventuelle, innere Verletzungen.“
Alle Ponys machen sich an die Arbeit und sie rollen Lunala Richtung Radiologie. Eine der Schwestern, ebenfalls ein Pegasus, wendet sich direkt an Nightwind. Sie schaut etwas skeptisch, dass ein Pegasus, wie er, ein Einhorn auf dem Rücken trägt. Dennoch zeigt sie, wenn auch etwas widerwillig, besorgnis um Anima.
„Und was ist mit ihr? Geht es ihr gut?“
Anima hebt kurz den Kopf. Ihr Gesicht ist Schweiß überströmt und sie atmet heftig.
„Alles…gut…..nur…erschöpft…“
Nightwind geht mit ihr zu den Wartebänken. Stellar und Celest folgen ihm. Zu dritt legen sie Anima auf die Bänke. Allmählich wird ihre Atmung wieder ruhiger. Nightwind schnappt sich ein Tuch und wischt ihr den Schweiß aus dem Gesicht. Sie öffnet die Augen und schaut ihn an. Mit sanftem Lächeln schaut er zurück.
„Gut gemacht.“
Währenddessen wendet sich Stellar, Celest zu.
„Es wird sicher alles gut gehen. Sie ist jetzt in besten Hufen.“
In dem Moment, fällt bei Celest die ganze Anspannung. Sie bricht in Tränen aus. Stellar nimmt sie sofort in den Arm. Sie geleitet sie rüber zu Anima und Nightwind.
„LUNALA!!! LUNALAAAA!!!!!“
Die anderen versuchen gar nicht erst, sie zu beruhigen. Sie lassen sie Weinen. Es scheint in dem Moment das Beste für sie zu sein.
Die anderen Patienten und ihre Angehörigen, im Wartebereich, beobachten das Ganze mit erstaunten, traurigen oder skeptischen Blicken. Eines der Schwesternponys vom Empfang will sich gerade auf dem Weg zu ihr machen, als man eine genervte Stimme von der anderen Seite des Wartebereichs hört.
„Warum denn dieser Aufriss? Ist doch bestimmt nur doof gestolpert.“
Celest hat die Aussage, aufgrund ihres Weinens nicht mitbekommen. Stellar hingegen schaut fassungslos zu dem Pegasus im feinen Anzug rüber, der die Äußerung getätigt hat. Neben ihm sitzen seine Frau in einem modernen feinen Kleid und ein Fohlen, welches sich seinen aufgeschürften Vorderhuf hält. Aus dem Augenwinkel heraus, schaut er auf die Gruppe.
„Manche Ponyarten, brauchen wohl länger um zu lernen, sich unfallfrei zu bewegen.“
Auch Anima schaut entsetzt zu ihm rüber. Dann guckt sie wieder zu Nightwind. Dessen Blick hingegen ist total verfinstert. Wortlos dreht er sich um und geht beängstigend langsam auf den Pegasushengst zu. Verunsichert schaut dieser ihn an, als Nightwind sich direkt vor ihm aufbäumt.
„Kann ich dir helfen, junger Hengst?“
Nightwind reagiert gar nicht auf seine Frage. Er hebt seinen rechten Vorderhuf und knallt dem Hengst, ohne Vorwarnung so heftig eine ins Gesicht, dass dieser direkt von der Bank fliegt und benommen liegen bleibt. Alle anwesenden Ponys, inklusiver seiner Frau und seines Sohnes, sind regelrecht starr vor Angst. Nightwind schaut sich mit eiskaltem Blick um. Niemand rührt sich oder sagt etwas.
„Noch jemand mit dem Wunsch, die Nacht im Krankenhaus zu verbringen!? Dann sagt es lieber direkt und wagt es nicht nochmal so etwas zu sagen. Denn das war nur der Vorgeschmack.“
Er blickt dabei nochmals eiskalt, auf den niedergeschlagenen Hengst herab. Dieser schaut ihn mit panisch verängstigtem Blick an und schluckt schnell, alle Wörter runter, die ihm gerade durch den Kopf geistern. Nightwind wendet sich von ihm ab und geht mit geschlossenen Augen und ernster Miene langsam wieder zu Celest, Anima und Stellar zurück.
„Solche eingebildeten Drecksponys, finde ich einfach nur zum Kotzen.“
Celest ist richtig gerührt, von seiner Anteilnahme. Obwohl er Lunala gar nicht wirklich kennt, setzt er sich so für sie ein. Ihr Weinen wird wieder heftiger. Nightwind geht direkt zu ihr und nimmt sie, zu ihrer Verwunderung, in den Arm.
„Keine Sorge. Es wird alles wieder gut. Wir sind für euch da.“
Seine Stimme klingt sehr beruhigend. Nun erwidert Celest seine Umarmung. Auch Stellar und Anima, welche sich inzwischen schon wieder etwas erholt hat, umarmen die beiden nun.


Einige Zeit des Wartens ist vergangen. Inzwischen ist es schon nach Mitternacht.


Celest, Anima und Nightwind sitzen immer noch im Wartebereich der Notaufnahme und warten auf eine Nachricht der Ärzte. Stellar ist in der Zwischenzeit nochmal losgelaufen um Celest's und Lunala's Eltern zu informieren. Anfangs verwundert, dass plötzlich ein Pegasus vor ihrer Tür steht, und dann auch noch die Stute, deren Umgang sie Celest zuvor noch verboten hatten, waren sie dann doch sehr geschockt, nachdem Stellar ihnen erzählt hatte, was passiert war. Und ohne Widerspruch, machen sie sich schnellst möglich, auf dem Weg, ins Krankenhaus. Schließlich waren sie die letzten Stunden schon krank vor Sorge, nachdem Celest losgestürmt ist und sie Lunala's leeres Zimmer sahen. Sie hatten auch schon die Wachen alarmiert, jedoch bis dato ohne Ergebnis.
Viele Ponys sind in der Zwischenzeit ein- und ausgegangen. Auch der Pegasushengst, dem Nightwind eine verpasst hat, war ohne ein weiteres Wort und buchstäblich, mit einem blauen Auge davon gekommen.
Stellar und Celest's Eltern, betreten die Notaufnahme. Ihre Mutter geht schnurstracks mit bösem Gesichtsausdruck und Tränen in den Augen auf Celest zu. Celest Schreck schon zusammen. Ihre Mutter will gerade ausholen, als sich Nightwind und auch Anima schützend vor sie stellen.
„Was soll das?! Geht mir aus dem Weg!!“
Nightwind und Anima bleiben jedoch stehen. Langsam traut sich Anima aus Nightwind’s Schatten.
„Nein, das werden wir nicht. Sie werden ihr nichts tun.“
Celest's Mutter ist verwirrt, über Anima’s Widerstand. Sie kannte sie schließlich noch von früher, und zwar als sehr schüchternes Pony, welches jegliche Art der Konfrontation meidet.
Doch dann besinnt sie sie wieder.
„Ach was wisst ihr schon?! Wenn Celest nicht wäre…..“
„…WÄRE LUNALA JETZT TOT!!!“
Alle schauen verwirrt auf die sonst sehr schüchterne Anima. Sie ist ihr einfach ins Wort gefallen. Mit wütendem Gesichtsausdruck und Tränen in den Augen, steht sie nun selbstbewusst vor Celest's Eltern.
„CELEST HAT UNS ALLES ERZÄHLT! WENN IHR SCHEIß ERWACHSENEN NICHT SO VERBOHRT IN DIESES SYSTEM GEWESEN WÄRT, WÄRE DAS NIE PASSIERT!! IHR SEID SCHULD AN LUNALA’S SITUATION!!!“


Anima's Worte treffen Celest mitten ins Herz. Sie hatte Recht. Dennoch gibt sie sich selbst auch Schuld daran. In ihrem Kopf kommen Fragen über Fragen.
‚Hätte ich das System vielleicht einfach von Anfang an akzeptieren sollen? Dann wäre ich nie mit meinen Eltern aneinander geraten und Lunala hätte nie einen Grund gehabt, wegzulaufen. Bin ich einfach nur zu dickköpfig gewesen? Und muss Lunala nun dafür bezahlen? ‘
Die Zeit scheint in diesem Moment für sie still zu stehen. So viele Gedanken rasen ihr durch den Kopf.
Plötzlich werden ihre Gedankengänge von einem heftigen Blitzeinschlag, vor dem Krankenhaus unterbrochen. Im schimmernden Licht der Straßenlaternen, kann sie draußen die Silhouette eines kräftigen Ponys erkennen. Sein Gesicht, ist nicht zu erkennen, da es von einer Kapuze verdeckt wird. Die Kapuze mündet in einem langen Umhang, der das Pony komplett bedeckt. Nur die Schnauze des Ponys guckt leicht heraus. Aus der Entfernung, kann Celest es zwar nicht genau erkennen, aber es sieht für sie so aus, als würde das Pony lächeln.
Die Zeit um sie herum, scheint immer noch still zu stehen. Dann sieht sie mit mal ein Paar Augen unter der Kapuze aufleuchten. Dabei dringt eine kräftige, tiefe Stimme in ihren Kopf.
„Zweifle niemals an deiner Überzeugung.“
Ein weiterer Blitzeinschlag beendet das Gespräch abrupt. Die Zeit scheint wieder normal zu laufen. Und das Pony im Umhang…..verschwunden. Celest versucht gerade noch, dieses Ereignis zu verstehen, als mit mal die Tür aufgeht, durch die man vor einiger Zeit Lunala zum CT gerollt hat. Der Arzt, ein paar Schwestern und Pfleger treten ein und wenden sich direkt an Celest und die anderen. Celest will gerade losstürmen, als sie von Nightwind zurückgehalten wird. Er wendet sich selbst an den Arzt.
„Und Herr Doktor? Wie sieht es aus?“
Der Arzt schaut ihn besorgt an.
„Sie war schwerer verletzt als man anfangs gesehen hatte. Zwei Rippen sind gebrochen. Genauso, wie ihr linkes Schulterblatt. Und einige Organe weisen leichte Quetschungen auf. Wir haben unser Bestes getan, um sie ruhig zu stellen. Nun muss sie sich erstmal erholen. Wir haben ihr ein starkes Schmerzmittel verabreicht, damit sie jetzt erstmal ruhig schlafen kann. Aber es wird schon. Sie ist zäh.“
Celest, ihre Eltern und auch Anima, brechen vor Erleichterung in Tränen aus. Auch Stellar kämpft hart mit den Tränen. Und auch Nightwind freut sich innerlich sehr über diese Nachrichten.
Allmählich beruhigen sich alle wieder. Der Arzt wendet sich nochmals an Nightwind, da er noch die meiste Fassung von allen zu haben scheint.
„Sie sollten für heute am besten alle nach Hause gehen. Wir sollten die Kleine jetzt erstmal in Ruhe lassen. Kommen sie am besten morgen, im Laufe des Tages vorbei. Dann sollte sie wieder wach sein.“
Nightwind schaut in die Gesichter von seiner Schwester, Anima und Celest. Dann bemerkt er die traurigen und zugleich wütenden Gesichter, von Celest's Eltern. Sofort befürchtet er, dass es nicht gut wäre, wenn Celest jetzt mit ihren Eltern nach Hause gehen würde. Er überlegt nicht lange. Dann geht er zu den drei Ponystuten.
„Celest, Anima, ihr bleibt heute bei uns. Und morgen kommen wir dann zusammen wieder her.“
Alle drei, schauen ihn verwundert an. Genauso wie Celest’s Eltern. Ihr Vater will gerade den Mund aufmachen, um etwas zu sagen, als sich Nightwind groß macht und ihn mit einem durchbohrenden Blick fixiert.
„Oder gibt es damit ein Problem?! Ihr geht jetzt am besten auch nach Hause! Hier können wir gerade eh nichts weiter machen!“
Nicht nur sein Blick und seine Haltung strotzen vor Selbstsicherheit, auch seine Stimme wirkt sehr bestimmend. Seine ganze Aura wirkt in dem Moment so mächtig, sodass niemand es wagt, ihm zu widersprechen. Also machen sich nun alle auf den Weg nach Hause. Celest's Eltern gehen ohne ein Wort zu sagen, Richtung Erdpony-Viertel, während der Rest sich auf den Weg zum Pegasusviertel, zu Stellar und Nightwind macht.
Während sie so gehen, versuchen Stellar und Anima, Celest Mut zu zusprechen. Nightwind hingegen ist etwas beschämt. Er ist nicht gut darin und weiß nicht, was er sagen soll. Er versucht aber, es so gut es geht, zu überspielen und Stärke zu zeigen. Nach kurzer Zeit, kommt Stellar neben ihm, geht mit ihrem Kopf dicht an seinem und flüstert ihm ins Ohr, sodass die anderen sie nicht hören.
„Sag mal, wie willst du das eigentlich Mama und Papa erklären?“
Nightwind kommt seiner kleinen Schwester etwas entgegen.
„Das lass mal meine Sorge sein. Kümmere du dich nur um Celest. Sie braucht euch beide jetzt mehr, als je zuvor.“
Stellar nickt ihm nur zu. Dann lässt sie sich wieder zu den anderen beiden zurückfallen.

 
 


 


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